Gudula Achterberg holte Theresa Schopper an Bord des Theaterschiffs
Bildung kostet. Keine Bildung kostet mehr. So war ein Austausch überschrieben, zu dem die Heilbronner Landtagsabgeordnete Gudula Achterberg die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper eingeladen hatte. Lehrkräfte, Schulleiter, Gewerkschafter und andere Interessierte waren dazu auf dem Theaterschiff an Bord. Schopper beschrieb, wo das Land in den Bildungsbereich investiere und spannte den Bogen von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Ausbildung und Studium. „Jeder vierte Euro aus dem Landeshaushalt fließt in die schulische Bildung – da ist der Wissenschaftsbereich nicht mit drin“, veranschaulichte die Kultusministerin, in welcher Dimension sie in der Koalition um Haushaltsmittel kämpfe.
Schopper skizzierte die großen Bildungsaufgaben und -Lösungen seit ihrem Amtsantritt 2021. Die Studie zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB-Studie) 2022 habe belegt: „Baden-Württemberg ist nicht da, wo wir hinwollten.“ Die Lehre daraus: „Entscheidend ist, früh anzusetzen, um Chancengerechtigkeit zu sichern.“ Deshalb wurde das Sprachfit-Programm entwickelt, das Kindern neben der alltagsintegrierten Sprachförderung an den KiTas wöchentlich vier zusätzliche Stunden Sprachförderung bietet, sowie die ab dem Schuljahr 26/27 aufwachsenden Junior-Klassen, die in der Grundschule für ein einheitliches Sprachniveau sorgen sollen – ein Schuljahr vor der 1. Klasse, in dem die Kinder erlernen können, was sie für einen gelingenden Start in der 1. Klasse brauchen. Auch ein kostenfreies und verbindliche letzte Kindergartenjahr würde auf gute Startbedingungen in der Schule einzahlen. All dies helfe zu verhindern, dass Schulabgänger ohne Abschluss dastehen, weil nicht erreichte Mindeststandards sich zu oft durch ganze Schullaufbahnen ziehen. „Die Kinder müssen in dem Zug mit drinsitzen, und dürfen nicht von Anfang an nur die Rücklichter sehen“, brachte es Schopper auf den Punkt. Auch die Ganztagesbetreuung ist ein Baustein im Bildungsgefüge, das in den norddeutschen Bundesländern längst Gang und Gäbe sei. Baden-Württemberg habe hier noch Arbeit vor sich. „Das Dorf muss in die Schule kommen“, wählte sie als Bild für die Ausrichtung von Schulen als Lern- und Lebensort. Dass dies auch Räume, nicht nur Betreuung und Kooperation mit außerschulischen Akteuren betrifft, habe man im Land begriffen und die Mittel für die Schulbauförderung kräftig aufgestockt. Nicht alle Städte hätten so potente Gönner wie Heilbronn, wo im KI-Zentrum Schule in Kooperation von Land und Schwarz-Stiftung die Lehrerfortbildung im Bereich Künstliche Intelligenz stattfindet.
Viele Fragen der Gäste drehten sich um die chronische personelle Unterversorgung an den Sozialpädagogischen Bildungszentren (SBBZ). MdL Achterberg kennt die Problematik aus vielen Schulbesuchen – ebenso wie Schopper. Sie verwies auf die Aufstockung der Studienplätze für Sonderpädagogen und auf die geöffneten Türen für Quereinsteiger, wohl wissend, dass all diese Maßnahmen derzeit noch „Notlösungscharakter“ hätten.
Erleichtert zeigte sich Schopper, dass das große Thema der fehlenden Sommerferienbezahlung vom Tisch sei. Beim Thema Entlastung für Schulleitungen von Verwaltungsaufgaben zeigte sich Schopper zuversichtlich, dass hier unter anderem die Digitalisierung wirken werde. In Anbetracht der Umwälzungen durch die Künstliche Intelligenz sieht Schopper die Notwendigkeit, Prüfungsformate zu überarbeiten. In Projektarbeiten und Präsentationen unter sinnvollem Einsatz von KI werden Schülerinnen und Schüler ihr Können stärker zeigen müssen. „Es ist viel zu tun“ fasste MdL Achterberg zusammen und richtete einen großen Dank an die vielen Lehrerinnen und Lehrer, die täglich für ihre Schützlinge alles geben.