Als Gast der Heilbronner Landtagsabgeordneten Gudula Achterberg wurde MdL Ralf Nentwich in Heilbronn fündig bei der Suche nach nachhaltigen Ernährungsangeboten.
Der Sprecher für Ernährung der Grünen Landtagsfraktion, der Backnanger Landtagsabgeordnete Ralf Nentwich, will wissen, was in Schulen oder Kantinen auf den Tisch kommt. In Heilbronn lernte er gleich zwei positive Beispiele kennen. Anlässlich eines Wahlkreisbesuchs bei seiner Kollegin Gudula Achterberg sah er zunächst in der Mensa des Studierendenwerks Heidelberg auf dem Bildungscampus ein modernes Konzept für ein nachhaltiges, regionales Speisenangebot: „Das ist vorbildlich“, fand Nentwich im Gespräch mit Bereichsleiter Fabio Di Mineo. „Nicht nur das Produktsortiment, sondern auch die Arbeitsabläufe und die Preisgestaltung sind sehr ausgeklügelt, so dass rund 1000 Menschen pro Tag hier hochwertig verpflegt werden können.“ Unter anderem habe sich etabliert, dass es nicht jeden Tag Fleisch geben muss, sondern die Kund*innen auch abwechselnd Fleisch oder Fisch akzeptieren. Vegetarische und vegane Produkte haben hier kein Negativ-Image, sondern werden gerne angenommen. Das gilt auch für die Küche von Alexander Wieprecht, der mit Herzblut die Kantine im Heilbronner Finanzamt betreibt und Schulmensen in der Umgebung beliefert. Das angenehme Ambiente, in dem die Menschen die Mittagspausen bei qualitätsvollen Gerichten verbringen, entsteht nicht zufällig. Es ist Ergebnis von Wieprechts sorgsamer Mitarbeiter*innenpflege. Hier wird alles frisch zubereitet, sogar das Brot und der Kuchen kommen aus der kantineneigenen Bäckerei.
Als Streuobst-Fan hatte Nentwich bei der Stadt Heilbronn seine Freude: Seit zehn Jahren läuft das Projekt AHA! – Alles Heilbronner Äpfel. Die Stadt stellt ihren Streuobstwiesenbestand zur Verfügung, damit Heilbronner Kitas und Schulen dort Äpfel ernten und in Zusammenarbeit mit dem Saftproduzenten Gunkel ihren eigenen Apfelsaft mit individuell gestalteten Etiketten produzieren können. Von Dr. Jürgen Hetzler, Grünflächenamt Heilbronn, gemeinsam mit dem Agraringenieur Christoph Schulz von Anfang an begleitet, ist das AHA!-Projekt für alle Beteiligten ein Erfolg: Die Stadt unterstützt in der Baumpflege, damit die Äpfel geerntet werden können. Tausende Kinder profitieren über die Jahre von einem Naturerlebnis, bei dem sie selbst ein Lebensmittel produzieren, die Pädagog*innen können die städtischen Flächen als Grünes Klassenzimmer nutzen.
Um die weitergehenden Pläne zur Umsetzung der Digitalisierung an Heilbronner Schulen kennenzulernen, besuchten Achterberg und Nentwich Sozialbürgermeisterin Agnes Christner im Rathaus. Im Gespräch wurde deutlich, dass Heilbronn dank der Schwarz-Stiftung bei der Ausrüstung mit Hardware an den Schulen gut aufgestellt ist. Bei allem, was darüber hinaus für digitale Anwendungen in Schulen notwendig ist, sei aber auch das Land in der Pflicht, gab die Sozialbürgermeisterin Christner den Abgeordneten mit auf den Weg: „Der Verwaltungsaufwand für moderne Unterrichtstechnik ist nicht zu unterschätzen und muss bei der Ausstattung von digitalen Endgeräten mitgedacht werden“, so Gudula Achterberg.
Geendet hat der Besuchstag in einem umgestalteten Wengert mit Blick über Nordhausen. Noch bis Ende 2024 fördert das Land dort eine Versuchsfläche, auf der die Klimaresilienz auch von bisher nicht in unseren Regionen heimischen Bäumen mit Hilfe von Ehrenamtlichen und Baumpat*innen erprobt wird. MdL Nentwich kennt die Parallelfläche in der Gemeinde Spiegelberg in seinem Wahlkreis. Ermutigend findet er dieses Projekt: „Das sind hoffnungsvolle Ansätze, die Menschen wie Christoph Schulz hier hartnäckig verfolgen: Unsere Kulturflächen wandeln sich. Und viele Ehrenamtliche zeigen, dass wir dabei nicht ratlos zuschauen, sondern uns aktiv einbringen können.“