„Eine gute Infrastruktur erkennt man daran, wenn die Dinge einfach funktionieren“. Was wie eine Binsenweisheit klingt, ist das Ergebnis guter Planung und Umsetzung von Rahmenbedingungen, fasst die Wahlkreisabgeordnete Heilbronns, Gudula Achterberg, Ihre Sommertour zusammen.
Welche Infrastruktur benötigen Start-Ups?
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Tayfun Tok, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, besuchte Achterberg die Campus Founders am Bildungscampus Heilbronn. Anschließend tauschten sich die beiden Abgeordneten mit Steffanie Rainer, Vorsitzende des Verbands der Unternehmerfrauen (VdU) Heilbronn und Amela Turkmanovic, Vorsitzende des VdU Baden-Württemberg, aus. Im Concept Store KAI in der Kaiserstraße sprachen sie mit Thomas Breuninger und Karl-Friedrich Jochim über erste Erkenntnisse nach Gründung der Initiative.
Für Unternehmensgründungen ist eine gute Infrastruktur ein wichtiger Baustein zum Gelingen. In Heilbronn werden junge Unternehmensgründer*innen durch die Beratung der Campus Founders umfassend unterstützt. Die Campus Founders bieten ein Stufenprogramm, Räumlichkeiten und den direkten Austausch mit den Institutionen auf dem Bildungscampus für angehende Start-Ups an. Die Campus Founders regten an, dass ein kostengünstiges Angebot an befristetet zu mietenden Unterkünften ein weiterer attraktiver Baustein dafür sei, damit sich Start-Ups für die Ansiedelung in Heilbronn entscheiden.
Beim Austausch mit den Vorsitzenden des Verbands der Unternehmerinnen VdU, Rainer und Turkmanovic, wurde deutlich, dass für die Ansiedlung eines von Frauen geführten Unternehmens das vorhandene Betreuungsangebot ein wichtiger Faktor dafür sein kann, ob sich Innovation und Erfindergeist vor Ort entwickeln können.
Das veränderte Konsum- und Mobilitätsverhalten der Menschen stellt den Einzelhandel in den Innenstädten seit Jahren vor neue Herausforderungen. Die Frage, wie man Menschen dafür begeistern kann, vor Ort einzukaufen, ist dabei zentral im Austausch mit den Akteur*innen vor Ort. Das KAI bietet mit seinen Angeboten und einem angeschlossenen Café den Kund*innen eine Wohlfühl-Atmosphäre in der Stadt und lädt zum Verweilen ein. Wenn Einkaufsmöglichkeiten mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind, unterstützt das die Kaufkraft vor Ort. Auch die Umwandlung von leerstehenden Büro- oder Gewerberäumen in Wohnraum dient dazu, das Innenstadtleben wieder attraktiver zu machen. Denn Wohnen, Arbeiten und (Er-)leben sollten wieder enger miteinander verzahnt sein, darüber waren sich die Abgeordneten mit den Initiatoren Thomas Breuninger (Geschäftsführer des Nachbargeschäfts für Haushaltswaren Tritschler) und Karl-Josef Jochim, (Geschäftsführer des Teegeschäfts Gschwendner) einig.
Besuch bei den Campus Founders / Im Austausch mit Herrn Jochim / Als Abschluss des Tages ein gemeinsames EisWelche Optionen bietet die ausgebaute Gas-Infrastruktur in Baden-Württemberg?
In Öhringen besucht die Abgeordnete Gudula Achterberg mit ihrer Kollegin Jutta Niemann das Projekt „Wasserstoffinsel“ der Netze BW. In dem bereits abgeschlossenen Projekt wurde geprüft, wie das vorhandene Gasnetz zukünftig von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt werden kann. Die Netze BW hat in diesem Projekt bis zu 30 Prozent Wasserstoff in ein abgetrenntes Gasnetz (Insel) eingespeist, zu dem das eigene Betriebsgebäude sowie Mehr- und Einfamilienhäuser in der Umgebung gehören. Der benötigte Wasserstoff wurde in einem Elektrolyseur vor Ort gewonnen. In dem Projekt wurde untersucht, welchen Einfluss das Beimischen von Wasserstoff auf die bestehende Infrastruktur hat. Beim Besuch wird aber ebenfalls deutlich, dass die Wärmeversorgung in den Haushalten zukünftig effizienter durch Wärmepumpen erfolgt als über Wasserstoff, solange die Herstellung der dafür benötigten Menge an Wasserstoff zu aufwendig und teuer sei. So wird in absehbarer Zukunft Grüner Wasserstoff eher für bestimmte Sparten wie den Flug- oder Güterverkehr sinnvoll eingesetzt werden können.
Es bleibt die Erkenntnis, das mit dem vorhandenen Gasnetz in Deutschland eine nutzbare Infrastruktur für Energie zur Verfügung stehen könnte. Der Standort der Netze BW in Öhringen wird weiterhin über den Abschluss des Projekts hinaus mit Wasserstoff versorgt.

Welche Infrastruktur benötigt die Mobilität der Zukunft?
Der geplante Radschnellweg von Bad Wimpfen nach Heilbronn wurde in verschiedenen Gremien immer wieder diskutiert. Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer Neckarsulm, um mit Akteur*innen vor Ort die Knackpunkte zu diskutieren. Auf Einladung der Abgeordneten Achterberg waren Oberbürgermeister Steffen Hertwig, Grüne des Ortsverbands Neckarsulm, Vertreter*innen des BUND und des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) sowie Armin Waldbüßer MdL mit Vertretern des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Verkehrsministeriums mit dem Fahrrad vor Ort. Mit dem geplanten Radschnellweg RS3 sollen Pendler*innen motiviert werden, vom Auto auf das Rad umzusteigen, um zu den Arbeitsplätzen zwischen Bad Wimpfen, Bad Friedrichshall, Neckarsulm und Heilbronn zu gelangen. Eine zufriedenstellende Lösung für den Ausbau zum Radschnellweg und gleichzeitiger Anbindung an die Unternehmen wird derzeit im Regierungspräsidium erarbeitet.
„Auch wenn wir die Zufahrten in unsere Kommunen ausbauen könnten, sieht man gerade am Beispiel von Neckarsulm, dass innerorts die Möglichkeiten begrenzt sind. Daher brauchen wir alternative Mobilitätsangebote, mit denen Arbeitnehmer*innen z.B. mit dem Rad oder dem ÖPNV komfortabel zu den Unternehmen kommen können,“ führte Gudula Achterberg, Mitglied im Verkehrsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg, beim vor Ort-Termin in Neckarsulm aus.
Anschließend wurde die Großbaustelle am Hauptbahnhof Heilbronn besichtigt. Dort wird der Bahnhofsvorplatz erneuert und um ein drittes Gleis vor dem Bahnhof erweitert. Die Heilbronner Akteure haben dabei die zukünftigen Entwicklungen für die Mobilität im Heilbronner Stadt- und Landkreis fest im Blick, denn auch die Reaktivierung der Zabergäubahn und der Schozach-Bottwartalbahn werden beim Ausbau vor dem Bahnhof bereits mitgedacht. Das dritte Gleis soll mögliche Engpässe besser ausgleichen können, erläutert Tilo Elser, Verkehrsbetriebsdirektor der Stadtwerke Heilbronn. Um die Funktionsweise des modernen Heilbronner Radhauses zu demonstrieren, ließ Andreas Ringle, Baubürgermeister der Stadt Heilbronn, Staatssekretärin Zimmer probehalber ein Fahrrad abstellen. Über die so genannte Blitzbrücke ging es zum Ex-Buga-Gelände. Dass dort einmal eine Bundesstraße entlangführte, ist heute kaum noch vorstellbar. Nach einem Blick auf die Neckarbogengarage, die im Mai eingeweiht worden war, ging es zum Abschluss zur Sommerzone in der Innenstadt. Staatssekretärin Zimmer zeigte sich beeindruckt von den vielen kleinen und großen Maßnahmen, mit denen die Stadt Heilbronn ihr Mobilitätskonzept mit Blick auf den Klimaschutz anpasst. Sie drückt der Stadt für den Wettbewerb European Green Capital die Daumen.