Bund muss Verantwortung für Zukunftsstandort Heilbronn übernehmen
Matthias Gastel (Bundestag), Gudula Achterberg (Landtag) und weitere Abgeordnete hatten sich an den Bundesverkehrsminister gewandt, und sich für eine grundlegende Sanierung der Frankenbahn sowie deren Ausbau ausgesprochen. Damit soll mehr Zuverlässigkeit im Regionalverkehr, aber auch eine reguläre Fernverkehrsanbindung an Heilbronn erreicht werden.
Die Antwort aus dem CDU-geführten Bundesministerium erschreckt die Grünen-Abgeordneten. Denn darin heißt es, die Frankenbahn diene dem Nahverkehr. „In Berlin geht man offenbar davon aus, die Menschen einer Großstadt wie Heilbronn bräuchten keinen Fernverkehr“, so Matthias Gastel. Gudula Achterberg ergänzt: „Heilbronn und die Region boomen. Die Bahnstrecke zu einer reinen Nahverkehrstrasse abzuqualifizieren, ist dreist.“ Die Abgeordneten verweisen auf die Gesamtlänge der Strecke von Stuttgart bis Würzburg, die bei rund 180 Kilometer liegt. Da finde der Nahverkehr längst seine Grenzen. Für sie ist die Gleichgültigkeit des Ministers nicht zu begreifen.
Gudula Achterberg, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Heilbronn, erklärt:
„Heilbronn entwickelt sich zu einem zentralen Zukunftsstandort für Künstliche Intelligenz in Europa. Wer Spitzenforschung, internationale Fachkräfte und innovative Unternehmen will, muss auch für eine funktionierende Bahninfrastruktur sorgen. Der Bund ist hier in der Pflicht: Die Frankenbahn muss endlich zuverlässig werden – das ist eine Frage der Standortverantwortung. Die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium zeigt, dass der Bund kein Verständnis für die Anstrengungen vor Ort hat. Neben den Neckarschleusen ist die Auffassung zur Frankenbahn ein weiterer Beleg.“
Die Grünen erneuern ihre Forderung: Korridorsanierung durchführen, die Strecke modernisieren sowie mit kleinen und mittleren Maßnahmen wie beispielsweise zusätzlichen Weichen ertüchtigen. Damit reduziere sich die Störanfälligkeit und einige Konflikte zwischen Güter- und Personenverkehr könnten zugunsten beider Verkehre beseitigt werden. In einem zweiten Schritt müssen auch größere Baumaßnahmen umgesetzt werden, um die Strecke durchgehend zweigleisig auszubauen und die Streckengeschwindigkeit zu erhöhen. Maßnahmen, die dem Regionalverkehr dienen, würden seitens des Landes mitfinanziert werden.