Den Sommer über verkehrt auf der Krebsbachtalstrecke ein besonderer Ersatzverkehr – MdL Gudula Achterberg ist mit ihrem MdL Kollegen Hermann Katzenstein mitgefahren
Zug ersetzt Busse – Ersatzverkehr mal umgekehrt
Hermann Katzenstein MdL (Wahlkreis Sinsheim) und Gudula Achterberg MdL (Wahlkreis Heilbronn) sind als Landtagsabgeordnete Kolleg*innen im Verkehrs-Arbeitskreis und -Ausschuss des Landtags. Mitten im August treffen sie sich zu einer besonderen Fahrt auf der Krebsbachtalbahn. Dort verkehren üblicherweise an den Wochenenden im Sommerhalbjahr die Museumszüge des Fördervereins Krebsbachtal e.V. Nachdem im August die Landesstraße zwischen Waibstadt-Bernau und Neckarbischofsheim gesperrt ist und auch keine Busse verkehren können, hat das Land nun einen Zug-Ersatzverkehr bestellt. Anlieger oder Autofahrer*innen entlang der Strecke von Neckarbischofsheim Nord (Rhein-Neckar-Kreis) über Helmhof, Untergimpern, Obergimpern und Siegelsbach (Landkreis Heilbronn) reiben sich verwundert die Augen, wenn ihnen hier nun an Werktagen der schicke weiß-gelbe Regio Shuttle der SWEG mit dem bewegt-Logo begegnet.
„Üblicherweise ersetzen Busse ausfallende Züge“, sagt Bahnfan Katzenstein, der die Strecke gut kennt und sich für diese Lösung eingesetzt hat, „jetzt ist es umgekehrt.“
Für MdL Gudula Achterberg ein guter Grund, diesen Sonderfall zu besichtigen: „Das ist außergewöhnlich, dass Ersatzverkehr über die Schiene abgewickelt werden kann“, sagt die Sprecherin für Straßen der Grünen Landtagsfraktion. „So etwas habe ich bisher weder gehört noch gesehen.“ Angetan ist sie von der schönen Strecke, auf der Lokführer Frank von Meißner (Geschäftsführer der Regionenbahn GmBH) sich umsichtig und hupend an einige unübersichtliche Bahnübergänge herantastet.
Selten ist so ein Ersatzverkehr auch für Jürgen Heß vom Verkehrsforum 2000. Er ist mit den Abgeordneten unterwegs und einer der Initiatoren des Ausflugsverkehrs auf der Strecke, hat ihn 2010 mit aus der Taufe gehoben. Jetzt freut er sich, dass das Land sich der Reaktivierung der Strecke angenommen hat. Sie soll elektrifiziert werden und auf einem neuen Schienenstrang von Obergimpern bis Bad-Rappenau-Babstadt Anschluss an das Heilbronner Stadtbahnnetz bekommen. Mit einem entsprechenden Beschluss hat die Stadt Bad Rappenau Ende 2022 hierfür den Weg geebnet. Die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) hat im Frühjahr 2024 die Krebsbachtalstrecke erworben. „Die Zeichen stehen gut, dass in ein paar Jahren hier wieder regelmäßig Züge fahren“, meint Hermann Katzenstein. Bis zum Ende der Sommerferien können sich die Menschen entlang der Krebsbachtalbahn mit dem modernen Regio Shuttle-Zug anfreunden.