Anfang Mai hatten wir die Möglichkeit unser BOGY-Praktikum in den Büros der Landtagsabgeordneten Gudula Achterberg (Grüne) zu absolvieren und dabei vielfältige Einblicke in die politische Arbeit im Wahlkreisbüro und auch in Stuttgart zu gewinnen. Dabei konnten wir sowohl spannende Erfahrungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Soziales sammeln, wie auch einen Einblick in die Alltagsaufgaben einer Landtagsabgeordneten gewinnen.
Unser absolutes Highlight der Woche war das Social Media Seminar mit den Mitarbeiter*innen der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – kurz: PÖFA – der Fraktion in Stuttgart. Das Seminar hat uns einerseits ermöglicht andere Praktikant*innen kennen zu lernen, andererseits hat es uns geholfen, zu realisieren, wie wichtig das mediale sowie öffentliche Auftreten von Politiker*innen ist. Wir durften selbst Content erstellen und Abgeordnete interviewen. Zudem konnten wir dadurch mehr darüber erfahren, wie Parteien sich immer mehr auf Social Media etablieren um vor allem jüngere Menschen für Politik zu begeistern. Auch die Einflussnahme bzw. Beeinflussung von Social Media auf politische Meinungsbildung hat eine wichtige Rolle während des Seminars gespielt.
Interessant zu beobachten war, wie Politik viel mehr an persönlichem Bezug gewinnt, wenn man aktuelle Geschehnisse live miterlebt. Dies ist uns vor allem aufgefallen durch die fehlgeschlagene Erstwahl von Friedrich Merz als Bundeskanzler, welches ein historisch einmaliges Ereignis war.
Ein weiteres Highlight war der Info-Termin zum NSU-Untersuchungsausschuss, wo wir ein Einblick in das rechtsextreme Milieu der vergangenen Jahre sowie auch Information zu aktuellen antisemitischen Ereignissen bekamen. Das Thema gewinnt momentan an Relevanz und hat emotionalen Bezug für uns und auch andere durch die aktuelle Debatte um ein Verbot der jetzt als gesichert rechtsextremen geltenden AfD. Aus dieser Veranstaltung konnten wir lernen, dass Rechtsextremismus leider immer noch alltäglich ist und dass es wichtig ist, entschlossen dagegen vorzugehen. Mehr über die NS-Zeit konnten wir auch bei einem Besuch im Haus der Geschichte lernen, welcher das Thema auch von der historischen Seite beleuchtete.
Für uns war das Praktikum definitiv das Richtige und wir können es für alle weiterempfehlen, die ebenfalls politisches Interesse haben. Unsere Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen und wir sind dankbar dafür, dass wir die Möglichkeit hatten, eine Woche lang Gudula und ihre Mitarbeiter*innen durch ihren Arbeitsalltag zu begleiten und ein tieferes Verständnis für Politik im Allgemeinen zu entwickeln.