Zum zweiten Mal lobt das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen den Innovationspreis „Lehmbau BW“ aus, um beispielhafte Lehmbau-Projekte im Land sichtbar zu machen. Als Neuerung in diesem Jahr wird zusätzlich ein Nachwuchsprei verliehen.
„Der Lehmbaupreis wurde aus einer Grünen Fraktionsinitiative geboren. Es freut mich daher umso mehr, dass er nun bereits zum zweiten Mal verliehen und das Format weiterentwickelt wird. Lehm ist ein uralter, nachhaltiger und klimaschonender Baustoff mit einer goldenen Zukunft. Ich freue mich schon sehr spannende neue Projekte“, so Gudula Achterberg MdL. Die Heilbronner Abgeordnete gehörte bereits 2024 zum Auswahlgremium.
Gesucht werden auch in diesem Jahr herausragende Bauten, Gebäudekonzepte sowie zukunftsweisende Innovationen, die sich intensiv mit Lehm als nachhaltigem Baustoff auseinandersetzen und zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 28. Februar 2025 in Baden-Württemberg realisiert wurden. Teilnehmen können private und öffentliche Bauherrschaften, Vertreter von Initiativen, Planungsträger, Planer, Ingenieure, Vertreter der Bauwirtschaft, des Bauhandwerks und des baugebundenen Designs, die an Bauprojekten entsprechend dieser Ausschreibung maßgeblich beteiligt waren.
Neu: Nachwuchspreis
In diesem Jahr wird zum ersten Mal ein Nachwuchspreis „Lehmbau BW“ ausgelobt. Gesucht werden Abschlussarbeiten von Absolventinnen und Absolventen der Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen oder vergleichbarer Studiengänge, die zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 28. Februar 2025 an einer Hochschule in Baden-Württemberg erstellt wurden und zum angestrebten Abschluss geführt haben. Die Arbeiten sollen sich thematisch intensiv mit Lehm als nachhaltigem Baustoff auseinandersetzen.
Angesprochen sind die Hochschulen in Baden-Württemberg. Es wird darum gebeten, dass die Einreichung von den betreuenden Professorinnen und Professoren bzw. wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam mit den jeweiligen Studierenden erfolgt. Bewerbungen können bis zum 31. Mai 2025 eingereicht werden, und zwar ausschließlich per Mail an Lehmbau@mlw.bwl.de. Weitere Details finden Interessierte im Auslobungstext unter folgendem Link. Für den Innovationspreis „Lehmbau BW 2025“ und den Nachwuchspreis steht ein Preisgeld sowie Anerkennungen in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung. Höhe und Anzahl der Preise hängen von der Anzahl der prämierten Projekte ab, die von einer Jury mit Fachleuten aus Bautechnik, Architektur und Handwerk ausgewählt werden. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 23. Oktober 2025, im „Rundofen“ in Zell am Harmersbach statt. Die prämierten Projekte werden im Zuge einer Ausstellung vorgestellt. Im vergangenen Jahr gab es 20 Einreichungen. Vier Projekte wurden prämiert – drei davon mit jeweils 12.000 Euro, ein Projekt mit 4000 Euro. Details dazu finden Sie hier.
Die Vorteile von Lehm
Lehm ist in vielen Böden enthalten und damit regional verfügbar. Da das Material im Erdaushub häufig enthalten ist, findet die Gewinnung als Nebenprodukt von Erdarbeiten statt. Durch die Aufbereitung des Materials und die Mischung von unterschiedlichen Lehmen lassen sich genormte Baustoffe herstellen. Für den Herstellungsprozess wird weniger Energie benötigt als bei mineralischen Baustoffen. Da der Lehm lediglich getrocknet wird, ist ein einfaches Recycling möglich. Damit kann er einen großen Beitrag für klima- und ressourcenschonendes Bauen und Sanieren leisten.
Neben diesen ökologischen Vorteilen hat Lehm auch einen positiven Einfluss auf das Raumklima. Er ist atmungsaktiv, kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Seine thermische Trägheit sorgt für ausgeglichene Temperaturen. Sichtbar belassene Lehmoberflächen haben eine warme, natürliche Ausstrahlung und eine behagliche Atmosphäre.