Auch bei 35 Grad Außentemperatur ist Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann in der Natur in seinem Element. Seine Sommertour führte ihn jetzt nach Zaberfeld im Naturpark Stromberg-Heuchelberg.
Baumann hörte begeistert, dass dort der seltene Ameisenbläuling (eine Schmetterlingsart, die auf der roten Liste der gefährdeten Arten steht) heimisch ist oder erklärte unterwegs, dass man die aufrechte Trespe an ihrem Primanerbart erkennen kann. Die schmucke Kommune im Zabergäu steht modellhaft für eine vorbildliche Umsetzung dessen, was die Grün geführte Landesregierung in Folge des Volksbegehrens Rettet die Bienen in ihrem Biodiversitätsstärkungsgesetz als Marschrichtung vorgegeben hat: Den Artenreichtum im Land zu erhalten und zu fördern. Ein wichtiger Baustein dafür, den das Land auch finanziell unterstützt, ist die Biotopvernetzung: Biotope und Habitate mit schützenswerten Pflanzen und Insekten werden dabei verknüpft. Entstehen soll ein grünes Wegenetz von Lebensraum zu Lebensraum.
Unterwegs mit Staatssekretär Dr. Andre Baumann in Zaberfeld. ©Umweltministerium BWDamit dieses Vorhaben umgesetzt werden kann, braucht es viele Akteure – und sie waren in Zaberfeld alle vor Ort: Von Vertreterinnen des Regierungspräsidiums über die der Landschaftserhaltungsverbände (LEV) Heilbronn und Enzkreis, des NABU, des örtlichen Naturschutzvereins, des Bauernverbands bis hin zu Grünen und anderen Vertreter*innen der Kommunalpolitik und natürlich den Landschaftspfleger*innen begrüßte Bürgermeisterin Diana Danner rund 40 Personen zur Wanderung rund um den Hausberg ihrer Gemeinde. Unterwegs rund um den Spitzberg bekamen die Gäste Einblick in die Schätze der dortigen Biotopflächen, in Magerwiesen, Trockensteinmauern oder Streuobstflächen.
Ralf Ohm demonstriert, wie seine ferngesteuerte Mähraupe schonend am Steilhang arbeitet. ©agpLandschaftspfleger Ralf Ohm demonstrierte mit dem Einsatz seiner Mähraupe, wie er schonend die ehemaligen Terrassenweinbauflächen insektenschonend mähen kann, einzelne Vorträge an verschiedenen Stationen erläuterten, wie sich die Biotopvernetzung im Landkreis Heilbronn entwickelt. Seit Gründung der LEVen im Jahr 2003 haben elf Kommunen im Landkreis Heilbronn ihre Biotopverbundflächen geplant, in sieben Kommunen wurde begonnen. Neudenau als Pilotkommune sei bereits fertig, erklärte Ute Schimmele vom LEV Heilbronn, Nordheim sei mit einigen vielversprechenden Projekten aktiv, Bad Friedrichshall, Oedheim, Offenau und Obersulm hätten begonnen. Der LEV fungiere beratend und als Vermittler zu den unteren Naturschutzbehörden, die Gelder für die Vernetzungsprojekte freigeben.
LEV-Vertreter*innen waren gut vertreten bei Dr. Andre Baumanns Sommertour in Zaberfeld. ©klDass diese Arbeit für den Erhalt einer intakten Natur- und Kulturlandschaft mühsam ist, wussten alle, die Baumanns Sommertour begleiteten. „Der Grunderwerb gestaltet sich schwierig“, sagte Bürgermeisterin Danner und alle ihre Amtskolleg*innen kennen die Thematik. Trotzdem: Das Thema Biotopverbund hat Dynamik, sobald es gelingt, professionelle und ehrenamtliche Unterstützer*innen dafür zu gewinnen. Auch hier ist Zaberfeld mit seine Naturerlebnistagen Vorbild „Wir brauchen alle, die Kommunen und Behörden, die Landwirte, die Ehrenamtlichen“, würdigte Baumann den oft mühseligen Arbeitsaufwand. Hier sind die Grünen Überzeugte der ersten Stunde und gehen gerne voran. Genauso wichtig sind die Geldgeber, das Land, die Stiftung Naturschutzfonds, Sponsoren. Aber der Staatssekretär machte auch deutlich, dass das Ziel allen Einsatz wert sei. „Wenn jemand Biotopvernetzung kann, dann wir in Baden Württemberg“, ermutigte er die Anwesenden und forderte zu mehr Patriotismus auf: Auch baden-württembergischen Wein zu trinken, sei Kulturpflege.