Kälter wird’s nicht

Kommunen müssen vorsorgen - nicht nur gegen Hitze-, sondern auch gegen außergewöhnliche Regenereignisse.

Der Trend ist klar: 17 der 20 heißesten Jahre seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen wurden nach 2000 gemessen, sechs der letzten zehn Jahre gehörten zu den heißesten, die Baden-Württemberg je erlebte . Kälter wird es nicht mehr werden, dafür sorgt die fortschreitende Klimakrise. Damit gehen große Herausforderungen und Veränderungen für Mensch, Umwelt und Infrastruktur einher, an die wir uns anpassen müssen, denn Hitze ist nur ein Teilaspekt. Auch Starkregenereignisse und andere Wetterextreme werden in Häufigkeit und Intensität zunehmen. Wie die Landesregierung die Lage beurteilt, was schon getan wird und was noch zu tun ist, hat die Heilbronner Abgeordnete Gudula Achterberg MdL in einem Antrag „Klimaresiliente Stadtentwicklung“ erfragt, der heute im Ausschuss für Landesentwicklung und Wohnen des Landtags behandelt wurde.

Vielfältige Anpassung erforderlich

Die gute Nachricht lautet, dass sich viele Städte und Gemeinden bereits auf den Weg gemacht haben, um sich an die Auswirkungen der Klimakrise anzupassen. „Blaue und grüne Infrastruktur, was wir an Stadtgrün pflanzen und wie wir mit Regenwasser umgehen, spielen eine entscheidende Rolle. Mit dem Neckarbogen, der im Zuge der BUGA entstanden ist, hat Heilbronn einen Stadtteil mit Vorbildcharakter“ zeigt Gudula Achterberg MdL auf. „Unsere Städte müssen zu Schwammstädten werden und die für die Entstehung von Kaltluft so wichtigen Außenbereiche und Grünzüge noch stärker in unseren Fokus rücken“ so Achterberg weiter.

Bundesweit existieren viele gute Beispiele wie kürzlich die Woche der Klimaanpassung zeigte. Gemeinsam mit dem Sofortprogramm Klimaanpassung und dem Bundespreis Blauer Kompass sorgen diese Aktionen für mehr Aufmerksamkeit, bessere Koordination und Vernetzung der verschiedenen Handlungsebenen.

Die bundesweite Woche der Klimaanpassung hat gezeigt: vielerorts wird Klimaanpassung schon praktisch umgesetzt. „Ich begrüße, dass Umweltministerin Steffi Lemke bis Mitte der Legislaturperiode ein Klimaanpassungsgesetz vorlegen will. Die grundsätzliche Verpflichtung, Klimaanpassung in allen Planungen und Entscheidungen der öffentlichen Hand zu berücksichtigen und Maßnahmen zur Messung und Überprüfung zu erarbeiten, wird uns sehr helfen“, macht  Gudula Achterberg MdL deutlich. „Der Fokus, den das Sofortprogramm Klimaanpassung auf Klimaschutzmanager*innen und Hitzeaktionspläne vor Ort legt, ist ebenfalls ein wichtiger Impuls, ins Handeln zu kommen. Nur wenn wir die Kompetenz, die Vernetzung und die Datengrundlagen vor Ort weiter stärken, können mehr Kommunen diese elementare Aufgabe auch bewältigen“, ist Achterberg überzeugt.

INFO: Zahlreiche Hilfsangebote und Förderprogramme

Bereits jetzt existieren auf allen Ebenen zahlreiche Programme und Angebote zur Klimaanpassung, mit deren Hilfe Kommunen aktiv Klimaanpassung betreiben können. In Baden-Württemberg helfen Leitfäden zum kommunalen Starkregenrisikomanagement, die Broschüre „Starkregenvorsorge im Städtebau und in der Bauleitplanung“ oder die Städtebauliche Klimafibel mit konkreten Hinweisen. Die Landesanstalt für Umwelt unterhält unter anderem ein Kompetenzzentrum, bietet Starkregen-Gefahrenkarten und weitere Karten- und Datensammlungen, richtet unter dem Motto „Kommunen JETZT klimaresilient machen“ Veranstaltungen aus oder betreut das Förderprogramm KLIMOPASS des Umweltministeriums BW. Auch die Städtebauförderung hat einen Förderzweig zur Anpassung an den Klimawandel, genauso wie Mittel des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) für solche Maßnahmen beansprucht werden können. In Entwicklung befindet sich eine Landesstrategie „Urbanes Wasserressourcenmanagement (UWRM) – Strategie für eine wasser-sensible Stadt und Ortsentwicklung“.

Auf Bundesebene gibt es beispielsweise das Förderprogramm zur Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ , das Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ oder die„Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG).

Auf europäischer Ebene hilft das EU-Regionalentwicklungsprogramm LEADER mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Förderschwerpunkte des EFRE-Programms 2021-2027 in Baden-Württemberg sind die Programme „RegioWIN 2030“ und „Spitze auf dem Land! Technologieführer für Baden-Württemberg“ sowie das „Holz Innovativ Programm“ (HIP).